Informationen zu Vitamin K2
(Menachinon-7, MK-7)
Natürliche
Quellen und Bioverfügbarkeit:
Natürliches Vitamin K2 wird von
Bakterien im Darmtrakt hergestellt (aber nur bedingt aufgenommen) und ist in
fermentierten Nahrungsmitteln wie reifem Käse oder Joghurt vorhanden.
Allerdings offensichtlich nicht in ausreichender Menge, da der K2 Status in der
westlichen Bevölkerung generell zu tief ist.
Die wirksamste Form von K2 in Bezug
auf Bioverfügbarkeit, Aufnahme und Verweildauer im menschlichen Körper ist das
langkettige Menaquinone-7 (MK-7). Vitamin
K1 wird schlechter resorbiert als K2, wird schnell von der Leber aus dem Blut
entfernt und ist somit nur kurze Zeit verfügbar.
Wirkungsweise:
Vitamin K2 aktiviert folgende wichtige
Enzyme:
- Aktivierung
des Knochen-GLA-Proteins
„Osteocalcin“. Osteocalcin wird in den Knochen von den so genannten
Osteoblasten produziert. Es muss allerdings aktiviert werden, um Kalzium
aus dem Blut aufnehmen und anschliessend in die Knochenmatrix einbauen zu
können. Der Kalziumeinbau erhöht die Knochenmasse und die Knochendichte.
Dadurch werden sowohl Knochenabbau (Osteoporosis) und als auch
insbesondere Knochenbrüche reduziert.
Hintergrund: Alle 7 Jahre
wird die gesamte Knochensubstanz im menschlichen Körper ersetzt. An diesem
Vorgang sind sowohl Knochen abbauende Zellen (Osteoklasten) als auch Knochen
aufbauende Zellen (Osteoblasten) beteiligt. Solange ein Gleichgewicht in der
Aktivität dieser 2 Zelltypen besteht, bleibt das Knochengewebe gesund und
dicht. Die Osteoblasten produzieren das Enzym „Osteocalcin“ welches im
aktivierten (=carboxyliertem) Zustand Kalzium
aus dem Blut aufnehmen kann und dieses in die Knochenmatrix einbaut. Das
Osteocalcin wird nur durch Vitamin K aktiviert (carboxyliert!). Wenn zu wenig
Vitamin K im Körper zur Verfügung steht, funktionieren die Osteoblasten nicht
gut und es wird mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut.
- Aktivierung
des Matrix GLA Proteins (MGP).
Dieses Protein wird in den meisten weichen Geweben gebildet, vorwiegend
allerdings in Knorpeln von den Chondrozyten und in den Aderwänden von den
weichen Muskelzellen. MGP hat eine starke Hemmwirkung gegen die Verkalkung
dieser Gewebe. Aktiviertes (=carboyliertes) MGP bindet Kalzium im Blut und
verhindert dadurch, dass es sich in den Gefässwänden oder in den
Gelenkflächen ablagert. Diese bleiben dadurch sauber und elastisch.
Mehrere Studien
konnten zeigen, dass mit zusätzlichen Gaben von Vitamin K2 auch bestehende
arteriosklerotische Plaques abgebaut und die verkalkten Gefässwände wieder
hergestellt werden können. „“In gross angelegten Studien (zB Shaw et al mit 10‘000
Personen) wurde festgestellt, dass die Sterberate direkt mit dem Kalziumgehalt
des Blutes korreliert ist.
Tiefe Vitamin K Werte wurden ausserdem
bei folgenden Zuständen gefunden:
- Krampfadern
- Rheumatische
Arthritis
- Alzheimer
.
Kalk-Paradoxon:
Kalziumgaben ohne zusätzliches
Vitamin K2 führen zum so genannten „ Kalk-Paradoxon“. Zwar wird das Kalk
teilweise in die Knochen eingebaut, aber ebenso auch in das kardiovaskuläre
System (Herz- und Adernsystem). Hier führt es durch Einbau in die Adernwände
zur Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Wie in der Knochenmatrix gibt es
nämlich auch in den Arterien Osteoblasten, welche Kalzium in die Arterienwände
einbauen und Osteoklasten, welche es dort wieder abbauen. Kalzium ist das
Hauptmineral in den gefürchteten „Plaques“.
Neueste Studien weisen auch auf einen
Einfluss von Vitamin K insbesondere K2 auf Hautelastizität, Krampfadern und
Gelenke hin, indem Kalkablagerungen in diesen Geweben reduziert werden.
Blutverdünner:
Der Einsatz von Blutverdünnern ist oftmals
nötig, um die Entstehung von Blutgerinnseln und damit Schlaganfälle,
Herzinfarkte und Embolien zu verhindern. Die dabei am Häufigsten verwendeten
Medikamente des Types Cumarin (Warfarin) wirken dadurch, dass das Rezyklieren
von Vitamin K im so genannten K-Kreislauf unterbunden wird. Der Körper geht in
einen Vitamin K Mangel. Es wird also die unerwünschte Eigenschaft des
Blutverdickens bekämpft- allerdings zum Preis von Knochenmasse- und
–dichteabbau, Verkalkung des Cardiovaskulären Systems sowie schneller Abnützung
und Entzündung der Gelenke.
Empfohlene
Tagesdosis:
In der EU ist eine Tagesdosis von 70
Mikrogramm erlaubt. Vitamin K2 wurde von der EFSA bewertet und für sicher
befunden sowie der Novel Food Status geklärt.
Wichtige
Studien:
1) Die „Rotterdam Studie“ von 2004 mit 4807
älteren Personen (über 55 Jahre) zeigte, dass bei einer täglichen Aufnahme von
32 Mikrogramm (Millionstel Gramm!) Vitamin K2 sowohl die Gefässverkalkung als
auch die Sterberate durch Herz-Kreislauf Versagen um 50% verringert wurden.
2) Die 3-jährige Studie von Knapen et al. von
2007 zeigte deutliche Verbesserung der Hüft-Knochendichte bei postmenstrualen
Frauen bei hohem K2 Status.
3) Yaegashi et al. (2008) zeigte, dass Vitamin
K2 aus Natto das Risiko von Hüftfrakturen deutlich verminderte.
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